Frühjahrsputz, der Tauschring und die Nachhaltigkeit

Die Ausgaben für Werbung beliefen sich in Deutschland im Jahre 2015 auf 45,25 Milliarden Euro. Das ist ein hübsches Sümmchen und das bleibt nicht ohne Folgen. Jedem ist bekannt, dass wir in einer sogenannten „Wegwerfgesellschaft“ leben, der man sich nicht so leicht entziehen kann.

Auch nimmt die Lebensdauer der Konsumgüter ständig ab, weil bei der Konstruktion und bei der Auswahl der Werkstoffe kein Wert auf Langlebigkeit und auf Nachhaltigkeit gelegt wird – eher ist es sogar absichtlich anders herum. Die Gründe dafür sind schnell ermittelt und liegen auch oft gleich auf der Hand.

Die sinnlose Verschwendung für besonders kurzlebige Produkte ist aber auch gleichzeitig eine Verschwendung von kostbarer Energie und wertvollen Rohstoffen, und führt unseren  Planeten immer tiefer in die Erschöpfung seiner Vorräte und die Umwelt in den Ruin.

In unseren Weltmeeren lagern sich schätzungsweise 300 Millionen Tonnen Plastikmüll und ebenso sterben Millionen von Seevögeln und Meeressäugern daran. Diese Negativbilanz lässt sich fast endlos fortsetzen, und eine schnelle Lösung ist auch heute noch nicht in Sicht.

Vor 100 Jahren hatte die deutsche „Durchschnittsfamilie“ etwa 180 Dinge im Haushalt – heute sind es ungefähr 10.000. Sind die Menschen deshalb heutzutage glücklicher als unsere Großeltern?

Tauschring und Repair Café

Aber es gibt Lichtblicke am Horizont: Verschiedene große und kleine Initiativen arbeiten dieser Entwicklung entgegen und es werden – erfreulicherweise –  weltweit immer mehr.

Lichtblick Tauschring:

Bekanntlich tauschen wir nicht nur tolle Dienstleistungen ein, wir tauschen auch Gegenstände gegen unsere Tauschwährung, den Willi; niemals aber gegen Geld. Das ist uns allen bewusst. Und so tauschen wir für die Nachhaltigkeit und bewusst auch dafür, dass unsere nicht mehr gewollten oder benötigten Sachen wieder weiter genutzt werden können und andere Menschen erfreuen und beim Sparen helfen.

Vor einiger Zeit bin ich auf den mir neuen Begriff des „Minimalismus“ gestoßen und neugierig, wie ich nun einmal bin, habe ich die Spur weiter verfolgt. Es ist nicht der Minimalismus in der Kunst oder in der modernen Architektur gemeint, sondern der Versuch glücklicher zu leben durch die Verringerung der uns in unserem Lebensbereich umgebenden Gegenstände.

„Minimalismus bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsumorientierten Überflussgesellschaft sieht. Seine Anhänger versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken und dadurch ein selbstbestimmteres, erfüllteres Leben zu führen.“ – aus: Wikipedia.de

„Weniger ist Mehr“ ist das Credo der Bewegung, die sich, ganz salopp gesagt, mit dem „Ausmisten“, also einer Form des erweiterten Frühjahrsputzes beschäftigt. Wissbegierig geworden?

Mein TIPP: Nehmen Sie eine Suchmaschine Ihrer Wahl (ich nehme zur Zeit überwiegend Google) und geben sie den Begriff „Minimalismus“ ein und lassen Sie sich durch die vielfältigen Beiträge in eine andere Welt befördern. Sie werden neue faszinierende Gedanken kennenlernen und vielleicht auch etwas Nützliches für sich selbst entdecken können. Suchen Sie auch einmal unter „Videos“ oder „YouTube“! Interessante Menschen stellen Ihnen (und auch mir) ebenso interessante wie ungewöhnliche Gedanken vor.

Ein Ergebnis kann diese Aktion für Sie in jedem Falle erbringen: Neue Gegenstände für den nächsten Tauschtreff – und das gutes Gefühl, der Umwelt etwas Gutes getan zu haben und dem eigenen Willikonto auch!

Lichtblick Repair Cafè

Auch hier wieder ein Zitat aus Wikipedia:

Ein Repair-Café 

(Eigenschreibung meist englisch Repair Café, weitere gebräuchliche Namen: Reparatur Café, Reparier-Bar, Elektroniksprechstunde, Reparatur-Treff, Elektronikhospital oder Café Kaputt u. ä.) ist ein Veranstaltungsformat mit temporär (zeitweise) eingerichteter Selbsthilfewerkstatt zur Reparatur defekter Alltags- und Gebrauchsgegenstände und kleinem Verpflegungsangebot, meist in Form von Kaffee und Kuchen.[1]

Was in einem solchen Repair Café genau gemacht wird, ist ganz schnell durch eine Frage an Ihre Suchmaschine und die vielen informativen Videos bei „YouTube“ geklärt!

Vorab ein kleines Video von unseren niederländischen Nachbarn aus „YouTube“:

https://www.youtube.com/watch?v=ZYHwqupAPkc (gefunden 04.02.2017)

Ebenso schnell haben Sie auch den Nutzen für sich und andere erkannt:

  1. Sie können dort als „Nachbarschaftshilfe“ Ihre kaputten Sachen reparieren lassen
  2. Selber dort mitmachen
  3. Bekannten den Weg eröffnen, dort mitzumachen um etwas zu reparieren
  4. Allen Beteiligten eine sinnvolle Beschäftigung zu ermöglichen
  5. Sich an sozialen Kontakten zu erfreuen und Spaß und Freude zu haben

Bald wird es ein solches Repair Café auch in unserer Gemeinde geben!

Es befindet sich bereits in einer fortgeschrittenen Gründungsphase und wird in der Begegnungsstätte im Alten Rathaus in Schiefbahn seinen Platz finden.

Herr Charly Hübner von der Stadt Willich und Frau Melanie Genz von der CARITAS und gleichzeitige Leiterin der Begegnungsstätte bringen die Sache gut voran. Auch unser Tauschring wird sich an der Umsetzung dieser guten Idee beteiligen.

Jetzt schon sucht die neue Initiative in unserer Gemeinde Mitglieder und Mitgliederinnen, die gerne etwas ehrenamtlich (aber gegen Kaffee und Kuchen) reparieren möchten: Elektrische oder elektronische Geräte, Textilien, sowie alles das, was sich noch irgendwie reparieren lässt – auch Spielzeuge, Rasenmäher und Staubsauger.

Bitte geben Sie dieses „Stellenangebot“ weiter und fühlen Sie sich auch gerne persönlich angesprochen mitzumachen! Ich halte Sie weiter auf dem Laufenden.

Wo immer sich unser Tauschring bei dem Projekt einbringen kann, wird er es tun. In jedem Falle aber mit Kaffee und leckerem Kuchen für alle Beteiligten am Reparatur Café.

Es grüßt Sie ganz herzlich

Udo Grüters

und

unser engagiertes (und ausgesprochen gut aussehendes) ORGA-Team

 

 

Anzeigen im Tauschmagazin

Jedes Mitglied kann Angebote und Nachfragen als Anzeigen im Tausch-Magazin veröffentlichen.

Einfach in das Formular „Angebot & Nachfrage“(Biete/Suche) eintragen, im Tauschbüro abgeben, in den Briefkasten werfen, per E-Mail senden oder per Telefon durchgeben.

Alles was ankommt, wird im nächsten Tausch-Magazin veröffentlicht.

Benötigte oder angebotene Dienstleistungen mit Stichworten beschreiben und wir gestalten die Anzeige. Für uns angenehmer und vielleicht auch erfolgreicher ist, wenn Ihr Euren eigenen Anzeigentext selbst verfasst.

Anzeigenschluss ist immer der vorletzte Dienstag im Monat. Leider so früh, da das Bearbeiten, Erfassen und Erstellen des Magazins auch seine Zeit braucht.

Eilige Anzeigen

Wenn es besonders eilig ist, kommt nach Schiefbahn ins alte Rathaus zu den Bürozeiten vorbei, ruft uns an, gemeinsam finden wir eine Lösung!

Kontaktaufnahme

In jeder Anzeige steht die Mitgliedsnummer und der Vorname des/der Bietenden oder Suchenden.

Jedes Mitglied erhält eine Mitgliederliste und kann darin die Adresse, Telefonnummer und E-Mail der möglichen Tauschpartner ersehen. Diese Daten können in der Mitgliederliste  in dem geschützten Mitgliederbereich auf unserer Homepage im Internet eingesehen werden.

Im Bedarfsfall könnt ihr auch während der Bürozeiten telefonisch oder persönlich nachfragen.

Persönliches Kennenlernen

Bei vielen Dienstleistungen ist das persönliche Kennenlernen in neutralem Rahmen notwendig und angenehm.   Hierzu dienen unsere Tauschtreffs (Termine siehe Seite 1).  Hier kann man sich beschnuppern, verabreden, informieren und auch einfach nur unterhalten.  Diese Kontaktaufnahme ist nach unseren Erfahrungen erfolgreiche Basis für alle Art von Tauschaktivitäten.

Gäste sind herzlich willkommen, wir verstehen uns als Vermittler für alle BürgerInnen.

Tauschen von Gegenständen – nicht gegen Bezahlung in Euro

Zu den Tauschtreffs kann jeder eigenen  Gegenstände mitbringen und anbieten. Alles,  was keinen Käufer gefunden hat, muss leider wieder mitgenommen werden. Doch könnt Ihr diese und natürlich jeden anderen Gegenstand im Tausch-Magazin anbieten (siehe oben). Diese Anzeigen werden durch drei Sterne am Anfang gekennzeichnet. Wenn Sie ein gutes Foto mitliefern, können wir dieses ebenso veröffentlichen.

Achtung:

Die monatliche Verwaltungsabgabe beträgt z.Zt. zwei Willi monatlich. Damit bezahlen wir Leistungen von Mitgliedern für den Tauschring (z.B. Verwaltung, Standdienst u.ä.) und regen zur eigenen Leistung an. Die jährlichen Überschüsse werden in der Mitgliederversammlung ausgeschüttet. Bei der Teilnahme am monatlichen „Tauschtreff“ wird diese Gebühr für diesen Monat erlassen!

Wer welche Probleme auch immer  mit dem Geben oder Nehmen hat, wende sich persönlich an unser Beratungsteam während der Bürozeiten.

Gewerbliche Anzeigen

Wir sind eine Bürgerinitiative, die nicht gewerblich sondern gemeinnützig tätig ist. Unsere Adressen dienen nur Tauschzwecken. Sie dürfen nicht für gewerbliche Anzeigen genutzt werden.

Tauschring Will-ich aktuell Februar 2017
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